Mittwoch, 4. Oktober 2017

Wetterlage

Als wir heute morgen aufstehen, freut sich Steve beim Blick auf das Smartphone: Eine guter Bekannter aus seiner Familie, Jacques Dubois, hat zusammen mit zwei anderen Wissenschaftlern den Chemie-Nobelpreis 2017 bekommen. Für mich fühlt sich das plötzlich sonderbar nah an. Eigentlich ist ein Nobelpreis etwas was in der Ferne ist und plötzlich hat man so Gedanken ... ich denke "Ach, ja das können Menschen ja auch mit ihrem Leben machen". Ich freue mich mit Steve und wünsche mir, dass es mehr Nobelpreise für soziale Themen geben.

Heute morgen machen wir uns zu einem längeren Ausflug auf und können schon sehen, dass wir einen schönen Tag in den Bergen haben werden.
Diesmal ist es andersherum. Die Wolken hängen über der Ebene und die schneebedeckten Berggipfel sind jetzt schon in der Sonne.
Wir wollen heute zum Pikes Peak und vielleicht klappt es auch, dass wir mit der alten Zahnradbahn hochfahren.

Chilli- König

Am Abend kocht Greg ein superleckeres Chilli für uns und verdient sich den Titel "Chilli-König".
Zum Essen kommt Christine vorbei. Sie bringt eine Gitarre mit, die Steve und ich benutzen können. Toll, ich könnt ihr die Füsse küssen :-D
Nach dem Essen machen wir es uns vor dem Kamin gemütlich. Das Feuer ist an und wir spielen Gitarre und singen und hören Musik.

Über-Sandwich

Als wir von unserem Ausflug zurück kommen, kaufen wir noch schnell Proviant für morgen und entdecken ein Sandwich für Dinosaurier

Gründer von Dearfield

Etwas weiter die staubige Strasse runter, finden wir das Haus des Gründers. Er starb 1948 in Dearfield, das zu diesem Zeitpunkt keine 10 Einwohner mehr hatte.
1973 starb dann der letzte Einwohner dieser Siedlung. Es ist gar nicht so einfach Informationen über die Siedlung zu bekommen. Oft widersprechen sie sich oder passen nicht so richtig zusammen. Es gibt leider noch nicht wirklich eine Aufarbeitung der Geschichte der African-American.
Und zur Zeit ist Amerika wohl eher mit der Gegenwart beschäftigt.

Dearfield landmark

Von Dearfield ist nicht mehr sehr viel übrig. Aber es ist eine Ghosttown mit einer interessanten Geschichte. Dearfield wurde zum Anfang des letzten Jahrhunderts gegründet und zwar als eine Kolonie von schwarzen Amerikaner. Die Möglichkeit für African - Americans waren gegenüber denen für European - Americans ja extrem eingeschränkt. Und so entwickelte sich Dearfield sehr schnell.
Nach dem großen Börsenkrach und in den Jahren der Great Depression verloren Dearfield mehr und mehr die Möglichkeit den Einwohnern Arbeit zu bieten. Das Garaus für die kleine Gemeinde kam dann mit dem sogenannten "Dust Bowl", einer Zeit der großen Dürre in der amerikanischen Prärie. Das Präriegras mit seinen langen Wurzeln und die Bisons mit der angepassten Lebensweise waren verschwunden. Also versuchte man die Prärie für die Landwirtschaft zu nutzen. Ohne das Präriegras versanken jedoch tausende von Existenz regelrecht im Staub, der durch Winde über die Prärie fegte. Das Land wurde spürbar trockener und so hatte auch Dearfield keine Chance mehr.

Dearfield

Wir wollen in der Ebene bleiben und machen uns auf den Weg zu einer Ghosttown: Dearfield

Gardening

Wir finden eine kleine Urban Gardening Fläche: Rotkohl, Grünkohl, Zucchini, Tomate ... alles da

Wildtiere

Wir spazieren dann ein bisschen durch Denver und stellen fest, dass in Devner sehr viele Eichhörnchen leben.

Quilts

Mich interessieren natürlich auch wieder die Quilts, die sich in allen Räumen befinden. Einer zeigt besonders schön, wie die Tradition entstanden ist. Er ist aus lauter Lumpen zusammen gesetzt.
Margarete Browns Geschichte und die des Hauses macht es glaubhaft, dass der neue und der alte Quilt dahin gehören. Brown kommt aus eher ärmlichen Verhältnissen und heiratet dann J.J. Brown, der vermögend wird, als er eine Goldader findet. Margarete Brown wird sich später für das Frauenwahlrecht einsetzen und als sehr sozial engagiert in Denver auftreten. Berühmt wird als Überlebende der Titanic. Auf der Carpathia in Sicherheit, realisiert sie, dass die Passagiere der 2ten und 3ten Klasse nicht nur ihre Männer, sondern ihr gesamtes Vermögen verloren haben. Und sie gründet, noch an Bord der Carpathia einen Hilfsfond, der sich beim Einlaufen des Schiffs in New York auf 10 000 Dollar beläuft. (War damals natürlich sehr viel mehr wert)

Modern

Für damalige Verhältnisse war das Haus, 1887 gebaut, sehr modern. Es hatte elektrisches Licht, eine Wassertoilette, dazu ein schönes Badezimmer und ein Telefon. Das war aber mehr Deko, denn es gab nicht viele andere, die ein Telefon hatten.

Molly Brown oder besser Magret Brown

Und dann lernen wir Magret Browns Haus kennen. Der Spitzname 'Molly' ist erst entstanden übrigens erst nach ihrem Tod. Zeitlebens hiess sie Magret oder für gute Freunde Maggie. Nie Molly. Der Name hat sich dann durch ein Musical aus dem 60ern über ihr Lebenden manifestiert. Ab den 70ern wurde ihr Haus in ein Museum umgewandelt und selbst das Museum hatte sich für "Molly Brown Museum" entscheiden.

Denver

In Denver angekommen fällt besonders in den kleineren Strassen auf, dass die Stromversorgung überall überirdisch verläuft. Für mich sieht das komisch aus.

Wetterlage

Als wir heute morgen losfahren, zieht sich der Himmel von den Bergen her schon wieder zu. In den Nachrichten wird zudem vom ersten Schnee in den Bergen berichtet und so beschließen wir heute nach Denver zu fahren, um das Molly Brown Haus zu sehen.

Abends

Am Abend backe ich einen leckeren Zwiebelkuchen und wir haben einen richtig schönen gemütlichen Abend auf dem Sofa mit Greg, Zwiebelkuchen, Apfelauflauf und einem Konzert der Berliner Philharmoniker mit der Digital Concert Hall.

Notfallwarnung

Auf dem Weg nach Hause erhalten wir dann alle auf unserem Handy eine Notfallwarnung des Colorado Spring Police Departements, die wohl nach einem bestimmten Wagen suchen. Wir wundern uns, weil eigentlich der Empfang - zumindest von Steve und mir im O2-Netz - super schlecht und praktisch unmöglich ist.
Später hören wir von einem kleinen 3-jährigen Jungen aus Colorado Springs in den Nachrichten, der vermisst wurde. Er ist wohlbehalten wieder aufgetaucht und wir vermuten, dass sich die Notfallwarnung auf diesen Fall bezog.

Quiltmuseum

Im Eisenbahnmuseum entdecke ich einen Flyer für ein Quilt - Museum, welches auch am Montag geöffnet ist und wechselnde Ausstellungen hat. Ich freue mich sehr als Hermann und Steve sofort Interesse zeigen. Und das Museum bietet wirklich zwei schöne kleine Ausstellungen. Die eine Ausstellung hat Steve schon beschrieben. Sie zeigt Quilts die von einer kleinen asiatischen Insel kommen. Die andere Ausstellung zeigt Quilts aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, die dann von dem Museumsverein nachgenäht und analysiert wurden. Auf einem Foto ist ein nachgebildeter Quilt zu sehen, der für einen Soldaten im den Kampf gegen die Sklaverei genäht wurde: Oben rechts ist die Geschichte des "South as it was" und unten links "South as it will be"

Nebel

Am Buffalo Bill Museum ist der Nebel so dicht, dass wir Mühe haben das weisse Auto im Nebel wiederzufinden.
Die schöne Aussicht, die sich Buffalo Bill für sein Grab gewünscht hat, können wir auch nicht so ganz nachvollziehen.
Im Museum selber erfahren wir einige kuriose Fakten. Buffalo Bill und seine Frau sind beispielsweise unter mehreren Tonnen Beton begraben, nachdem zwei andere Orte Anrechte auf die Leichname beansprucht haben.
Buffalo Bill steht nach dem Besuch in diesem Museum in sehr gutem Licht da.

Alt

Hier mal eine schöne alte Eisenbahn, wie sie viel in den Bergen eingesetzt wurde.

Senior

Mir fällt zum ersten Mal auf, dass Hermann ja ein Senior ist :-)

Eisenbahnmuseum

Gestern abend habe ich Zwiebelkuchen für Greg und uns gebacken und deshalb hatte ich gar nicht so richtig Muse für das Bloggen also gibt es heute ein paar Posts nachgeschoben. Das Eisenbahnmuseum ist selbst für jemanden wie mich interessant, der vielleicht nicht der Super-Eisenbahn-Fan ist. Neben vielen sehr unterschiedlichen Fahrzeugen auf Schienen gibt es auch eine interessante Ausstellung zum Kampf der Minen- und Bahnarbeiter.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Decke

Eigentlich zu schade um sich damit zu zudecken.

Quilt

Das dritte Museum ist ein Quilt Museum. Aktuell sind Quilts von einer winzigen Insel in den Philippinen ausgestellt, die wahre Kunstwerke sind. Sie erinnern mich an Matisse und seine Zeitgenossen. Wunderbar.

Bill Cody

Zweites Museum ist das Museum über (und Grab von) Buffalo Bill, der auf einem Berg bei Denver begraben ist.

Post

Blick in einen alten Postwagen.

Ungleiche Begegnung

Das scheint in Amerika tatsächlich ein Problem zu sein.

Fahrende Züge

Im Eisenbahnmuseum gibt es auch eine große Modelleisenbahn, inder Colorado nachgebildet ist. Hier kommt Hermann endlich mal dazu, einen fahrenden Zug zu filmen.

Eisenbahnmuseum

Das erste Museum ist das Eisenbahnmuseum von Colorade in Golden bei Denver. In einige der Loks und Züge kann man hineingehen und Hermann freut sich wie ein Schneekönig. Die "Flying Goose" hier auf dem Bild ist im Prinzip ein Autobus der für die Schiene umgebaut wurde und bei kleinerem Fahrgastaufkommen günstiger zu betreiben war als ein ganzer Zug. Sieben Stück wurden in den 20ern davon gebaut, fünf davon fahren heute noch!

Museumstag

Wir haben heute wieder Pech mit dem Wetter und legen deshalb einen Museumstag ein. Dabei stellen wir fest, dass das gar nicht so einfach ist, denn am Montag sind die meisten Museen geschlossen. Wir finden ins gesamt 3 Museen die offen sind und machen uns auf den Weg.

Montag, 2. Oktober 2017

Nach Hauseweg

Dann fahren wir wieder nach Hause, denn der Regen lässt nicht nach. Die Landschaft ist wieder wunderschön. Ich habe aber nicht viele Fotos davon, weil ich auf dem Rückweg so müde bin, dass ich die ganze Zeit im Auto schlafe.

Taffy

Wie besuchen einen alteingesessenen Laden der Taffys macht. Das sind sehr weiche und leckere Sahnebonbon auf dem oberen Bild sieht man wie die Masse gezogen wird. Greg kann sich erinnern, wie er mit 5 Jahren in diesem Laden stand und die Einrichtung hat sich seitdem nicht geändert. Der Laden war zu diesem Zeitpunkt schon gute 15 Jahre alt. Ich kann gut verstehen, dass es einen zu diesem Laden immer wieder hinzieht. Steve kauft eine kleine Mischung der leckeren Bonbons.

Regen

Dann fing es an zu regnen und wir machen einen kleinen Einkaufsbummel. Hermann kauft einen Cowboyhut, Gerg und Christine kauft in dem Laden der hier abgebildet ist Glaskugeln. Ich kaufe Stoffe zum Patchworken. Und für Steve's Einkauf gibt es ein eigenes Foto.

Elkfest und Estes Park

Und wie immer ist die Landschaft durch die wir zum kleinen Fest fahren traumhaft.

Las Vegas

Heute morgen stehe ich unter dem Eindruck der Ereignisse in Las Vegas. In den Nachrichten wird jede kleinste Neuigkeit berichtet. Das finde ich auf eine Art gut, weil dann nicht so viele Verschwörungstheorien an Boden gewinnen können.
Ich werde mich nie daran gewöhnen, dass man hier einfach so Waffen kaufen kann.

Elkfest

Vielleicht nicht das schönste Foto, aber dafür wichtige Informationen ;-D
Wir besuchen nämlich mit Greg und seiner FreundinChristine ein Elkfest im der Nähe. Elk heisst auch Waipitis. Das ist eine amerikanische Art von Damwild, die sehr gross ist. Im Winter kommen die Tiere aus den Berge in die Ebene und aus diesem Grund gibt es das Elkfest.

Hier lernen wir erstmal die unterschiedlichen Spuren von Bären zu lesen. Alle Spuren sind übrigens aus Plastik ;-)

Elkfest

Auf dem Elkfest geht es vor allem um Natur. Es gibt sehr viele interessante Stände mit Erklärung z. B. wie man sich gegenüber Bären oder Pumas verhalten soll.
Gregs Freund hat einen Stand mit wunderbaren Tieraufnahmen, die er alle selber in der Natur geschossen hat.

Stonecup- Kaffee

Gestern, Sonntag, haben wir einen Ausflug gemacht und machen erstmal einen Stopp im gemütlichen Stonecup-Café. Dort gibt es gerade einen Frühschoppen und ich merke, dass ich meine Gitarre vermisse. Ich habe jetzt schon lange nicht mehr üben können.
In der Warteschlange für unseren Kaffee korrigiert unserer amerikanischer Vordermann den Namen der Sängerin des Originalsong von Dolly Parton auf Pasty Cline. Als ich ihn nach einem anderen Song frage, weisst er mich freundlich auf Google und WLAN hin. Dass es um mehr als blosses Wissen geht, sondern um Kontakt zwischen Menschen geht verloren.

Samstag abends

Am Samstag abend gibt es dann ein leckeres Essen. Noch ist der Tisch leer. Kurze Zeit später hatten wir Lachs, Salat, Mais, selbstgemachte Kartoffelchips und Apfelauflauf mit Zimt und Vanilleeis.

Morgenausblick

An diesem Morgen gibt es von Greg's Garten wieder einen wunderbaren Blick auf die Berge. Später wollen wir zu fünft in die Berge nach Estes Park fahren, zum Elk-Fest.

Barking Dog Café

Nach einer schönen Wanderung am Rabbit Mountain genießen wir einen exzellenten Kaffee und Kürbiskuchen im Barking Dog Café in Lyons. Und Hermann kommt zu einer seltenen Zigarette danach :-)

Sonntag, 1. Oktober 2017

Praktisch

Die Sonne hier in der Höhe brennt natürlich, auch wenn es kühler ist. Praktischerweise gibt es am Rand des Wegs Spender für Sonnenmilch. Das heißt der weisse Fleck in dem grünen Behälter ist kein Vogeldreck ;-)

Vegetation

Die Vegetation in Colorado ist sehr anders. Es ist sehr trocken hier und so ist es kein Wunder, dass hier in den Bergen auch Kakteen zu finden sind.

Rabbit Mountain

Die Rabbit Mountains gleich "um die Ecke" sind auch wunderbar. Und wir haben Zeit für eine richtige Wanderung.
Immer wieder gibt es schöne Ausblicke wie diese hier.
Natürlich verpassen wir auch etwas: Andrew, einer von Gregs Söhnen, gewinnt derweil einen Wettbewerb im Baumstamm sägen.

Ruhetag

Gestern hatten wir einen kleinen Ruhetag. Wir haben nur einen kleinen Ausflug gemacht. Nach Lyons, gleich bei Longmont um die Ecke. Und da entdecken wir im Vorbeifahren den Berliner Bären. Ich habe es, glaube ich, noch nicht erzählt, aber auf dem Oktoberfest haben wir auch schon einen Berliner Bären gesehen: Tätowiert auf dem Rücken eines Brauereimitarbeiter, der an der Berliner TU Brauereiwesen studiert hat. (Das Foto finde ich auch noch irgendwo ;-D )