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Montag, 22. Februar 2016

Die Besten und bis zum nächsten Mal

Die besten Filme von "meiner" Berlinale waren diese hier:

Les premiers, les derniers ( the First, the Last). Das war der Film, den wir einen belgischen Western nennen. Wir hatten hier berichtet:
http://tinaundsteve.blogspot.de/2016/02/volltreffer.html

Fukushima, mon amour. Ein Film über das was an Leben in Fukushima nach dem Tsunami, dem Erdbeben und dem Reaktorunfall möglich ist.
http://tinaundsteve.blogspot.de/2016/02/fukushima-mon-amour.html

Und der Film "Sheppards and Butcher". Diesen Film haben wir erst am Samstag Abend gesehen. Es ist der beste in eindrücklichste Film, den ich je über das Thema "Todesstrafe" gesehen habe. Der Film beantwortet nicht die Frage, des "ja oder nein" zur Todesstrafe. Stattdessen wird die Frage gestellt, wem in unserer Gesellschaft möchten wir zumuten den Beruf "Henker" auszuüben und was macht das mit Menschen, wenn sie diesen Arbeit tun.

Zum Gewinner des Goldenen Bären - Fuocoammare

Den Film, der den Goldenen Bären gewonnen hat, habe ich nicht gesehen.
Ganz grob beschreibt er wohl die Gleichzeitigkeit der Ereignisse von Menschen, die auf Lampedusa leben, Flüchtlingen, die versuchen Europa zu erreichen und Flüchtlinge, die diese Reise nicht überleben. Die alles tut er auf sehr berührende, respektvolle Weise. 

Ich denke täglich an die Veränderungen, die im Zuge der Flüchtlingskrise in meinem Alltag entstehen. Meine Wirklichkeit zu diesem Thema sieht zur Zeit so aus: 
  • durch H. habe ich von der Kiron Universität erfahren. Sie hat mir diese Initiative nahegelegt, die damit umgeht, dass junge Flüchtlinge zwischen dem Stellen eines Asylantrags und dem jahrelangen Warten auf 'ok' eine Perspektive entwicklen.
  • Über M. höre ich, wie anstrengend die ehrenamtliche Arbeit z.B. bei der Essensausgabe ist. Eines ihrer Gefühl scheint zu sein, dass sie sich vom Staat ausgenutzt fühlt.
  • E. und ihr Mann habe zwei junge syrische Brüder in die Familie aufgenommen. 
  • Von meinem Arbeitsplatz sehe ich auf eine Zeltstadt für Geflüchtete. Diese ist vollbelegt, den gesamten Winter über.
  • Meine eigene winzige Unterstützung im Rahmen der Bremer Flüchtlingsarbeit ist schwer aufrecht zu halten. 
  • K. ist Ansprechpartnerin und Bezugsperson für eine geflüchtete Frau. Sie tastet sich langsam vor, um zu prüfen, was sie leisten kann. 
  • C. ist die einzige in meinem weiteren Umfeld, die von amtlicher Seite aus die Flüchtlinge betreut. In der Berliner Verwaltung ist sie eingesetzt. Ich nehme sie als sehr rechts wahr, sie redet abfällig über alle Menschen, mit Migrationshintergrund. Ihren Einsatz in der Flüchtlingshilfe halte ich für eine große Katastrophe.
  • Eine meiner Kolleginnen in Bremen gibt regelmäßig Deutschstunden in der Zeltstadt. Ehrenamtlich.
  • Ich lese eine Mail, in der die Vorfälle aus der Kölner Sylvesternacht als "Hintern tätscheln" bezeichnet werden, dass die Aufregung nicht verdient. Dieser Kommentar kommt aus weiter Ferne von jemand, der weit weg von Deutschland war.
  • In den Nachrichten höre ich, dass der Betreiber des Flüchtlingsheim ins Clausnitz, regelmäßig auf AfD Veranstaltungen auftritt.
  • In meinem öffentlichen Alltag hören ich oft Sätze, die beginnen mit: "Ich bin weiß Gott nicht rechts / ausländerfendlich ... ". Etwas ist falsch, wenn man das erst erklären und darauf hinweisen muss, weil es ohne Erklärung missverständlich wäre.
So sieht mein Alltag zu dieser Thematik zur Zeit aus. Und mir fällt das Zitat von Umberto Eco ein, das ich in der Tagesschau gehört habe: "Wer tolerant sein will, muss die Grenzen dessen, was nicht tolerierbar ist, festlegen."

Sonntag, 21. Februar 2016

Filmpädagogische Betreuung auf der Reise nach Sundevit


Hier gibt es noch ein kleines Schmankerl aus der filmpädagogischen Betreuung. Ich habe mal ein wenig die Einführung mitgeschnitten. Da bekommt man einen guten Eindruck, wie die Atmosphäre bei der Berlinale ist.  z.B. "Einer der besten Kinderfilme" -  naja, der ewig moralische Zeigefinger in dem Film hat mir gar nicht gepasst.

Bechdel-Test, die Auswertung


Nach unserem vorletzten Film wollen wir euch die Auswertung des Bechdeltests unserer Berlinale nicht vorenthalten: 
Die Fragen hiessen: 
1. Gibt es mehr als zwei Frauenrollen in dem Film und haben diese Frauen einen Namen?
2. Reden die Frauen miteinander (Sind sie einander mit Interesse zugewandt)?
3. Reden sie über etwas anderes als Männer?

Den Bechdel - Test bestanden haben die folgenden 5 Filme:

Barakah meets Barakah, der saudiarabische Beitrag
Fukushima, mon amour, der Film von Doris Dorrie
A quiet passion, über die Lyrikerin Emily Dickinson
Chi-Raq, Lysistrata in der Chicagoer South Side
A lullaby of sorrowful Mystery, 8 Stunden philippinische Revolution

Durchgefallen sind diese 15 Filme:

The Tenth Man, die Vater -Sohn Geschichte in jüdischen Milieu
And than bye,bye, lange Haare in Münchens 60ern
Der Brief, einen Brief zustellen
I am Sion Sono, Erstling von Sion Sono
Tokyo Cabbageman K, der Kohlkopf
War on everyone, das Tarantino-Imitat
Les premiers, les derniers (knapp vorbei geschrammt.) der großartige belgische Western.
Alone in Berlin (knapp vorbei geschrammt. Es gab nicht so viel Text zu verteilen ;-))
Better Call Saul (Staffel 2), Serie
A serious game, dänische Liebesgeschichte um 1910
Die Reise nach Sundevit, das Kinder-Roadmovie
Miles ahead, 2 fiktive Tage in Miles Davis Leben
Das große Käserennen, Trickfilm
Saint-Amour, Alkoholiker, die Rinder züchten
Sheppards and Butcher, Gerichtsdrama gegen die Todesstrafe

Dokumentarfilme ... Da haben wir diskutiert und sind uns einig, dass der Bechdeltest nicht einfach so angesetzt werden kann. Uns fällt aber auf, dass die Berlinale z.B. mehr Dokumentarfilme über Männeralltag als Frauenalltag bietet. Z.B. gab es zwei Dokumentarfilme über Fotografen, keinen über Frauen. Den Bechdeltest für Dokumentarfilme ... erfinden wir vielleicht zur nächsten Berlinale und lassen diese Filme diesmal einfach weg. 

Samstag, 20. Februar 2016

Bärenvergabe

Zum letzten Mal für dieses Jahr wird der rote Teppich genutzt.
.... Wenn jetzt der 8 Stunden Film gewinnt, dann muss das Gala-Publikum nach der Preisvergabe erstmal 8 Stunden im Kino sitzen bevor es zum Sekt geht, denn nach der Preisvergabe wird immer die Siegerfilm gezeigt.
... Fuocoamare wird sicher einen Preis bekommen. Die Kinobesucher sind sich sicher. Ein Film über die aktuelle Flüchtlingskrise, hier gibt es was drüber zu lesen.
http://jannes-alltag.blogspot.de/2016/02/fuocoammare-feuer-im-meer.html?m=1

Essen als Nebensache - und das in einem französischen Film ...

Saint Amour - ein Film über Alkoholiker, die Rinder züchten.

Unmittelbar nach dem Film fälle ich das Urteil "sexistischer Quatsch" wegen Szene wie z. B. diesen:
- ein Appartement wird besichtigt. die Maklerin und der Sohn in der leeren Wohnung. Die Maklerin will Sex mit dem Sohn und bekommt ihn. Oder
- die 3 Hauptdarsteller lernen eine Frau kennen, die vermutlich ihren letzten Eisprung hat, da sie zu den Frauen gehört, die vorzeitig ihn die Wechseljahre kommen. Sie vögelt mit allen dreien und wird glücklich schwanger
... Um skurril zu wirken, war der Film nicht überdreht genug.

Etwas später kann ich zumindest würdigen, dass einige wirklich sehr komische Szenen im Film sind.
In den ersten 5 Minuten wird z. B. klar, dass der Sohn schwere Alkoholiker ist: Die Szene spielt auf einer Landwirtschaftsmesse, beginnt am Weinstand und endet mit einem schlafenden Sohn inmitten rosiger Ferkel.

Mein Urteil heisst trotzdem: ärgerlich

Essen als Stress

"Ants on a Shrimp" ist aus meiner Sicht ein Dokumentarfilm über einen subtil-agierenden Küchendiktator, der etwas leitet, was manche Menschen als das beste Restaurant der Welt beschreiben.
Mein Sicht: Der Mann hat sicher Ahnung wie von Aromen, Zubereitungsarten, Konsistenzen, Planzen usw. von Genuss hat er höchstwahrscheinlich keine Ahnung.

Wir begleiten im Film den Umzug des Restaurants "Noma" von Kopenhagen nach Tokyo. Rene Redzepi, der Küchenchef des "Noma" ist bekannt für eine Küche, die radikal an Ort und Zeit gebunden ist. (Beispiel: Da es in Dänemark keine Zitronen gibt, hat er sich auf die Suche nach einer anderen säuregebenden Essenz gemacht. Gefunden hat er sie in den Waldameisen.)
In Japan bereitet das Kernteam des "Noma" schon seid längerem ein 14-gängiges Menü vor, als Redzepi 2 Wochen vor der Eröffnung in Tokyo eintrifft und erstmal alle erarbeiteten Ergebnisse als billige Kopien aus Dänemark verwirft. Ich höre im gesamten Film nie einen Widerspruch oder eine Nachfrage der Mitarbeiter in Richtung Chef. Was kreativ ist und was nicht bestimmt nur einer.
Das Menü selbst: Für die Gäste soll es mit einem "Schock" beginnen. Und Redzepi stellt fest, dass die Garnele lebendig serviert werden muss, nur so behält sie angeblich die Aromen.
Die Dokumentation gipfelt in der Eröffnung des Restaurants und man beobachtet die Mannschaft beim Empfang und Verzehr einer riesigen Ladung Red Bull.

Nach dem Film sind der Mann und ich spontan verschreckt vom Herstellungsprozess des Menüs. Der Respekt vor "dem besten Restaurant der Welt" ist verschwunden. Die Neugierde ist Enttäuschung gewichen. Keiner von uns beiden möchte ein Mahl essen, dass in so stressiger Atmosphäre entstanden ist.

Schockierend wie klaglos dieser Arbeitswelt als "okay" angenommen wird, mit dem einzigen Argument, dass nur so Exzellenz erreicht werden kann.

Wer Essen UND Kochen liebt dem sein ein anderer Film und Koch empfohlen: "How to cook your Life" über Ed Brown

Freitag, 19. Februar 2016

Betreutes Filme-Gucken

In der Zusammenfassung steht, dass wir gleich einen Film mit "filmpädagogischer Begleitung" sehen. Was immer das auch sein mag. Ich bin gespannt.

https://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=201602972#tab=filmStills

Miles Ahead

Ein Film über 2 Tage im Leben von Miles Davis, wie sie sich möglicherweise abgespielt haben könnten mit einem grandiosen Don Cheadle als Miles Davis, als Regisseur und Drehbuchautor. Mit dem Film "Hotel Ruanda" wurde er bekannt.

Die fiktiven 2 Tage in Miles Davis Leben spielen am Ende einer Auszeit, die er sich in den 70ern genommen hat. Sie werden durch Rückblenden unterstützt und sind als eine Art Krimi inszeniert. Miles Davis Tape für sein Comeback, dass er zu Hause aufgenommenen hat, ist bei allen begehrt: Colombia Records, Rolling Stone Reporter, Musikerkollegen. Alle wollen hören. Es kommt zu wilden Verfolgungsjagden und Schiessereien. Letztendlich muss Miles Davis seine Musik mit seinem Leben gegen den Ausverkauf verteidigen. Sehr glaubwürdig.
Und eine tolle Art ein Lebenswerk nahezubringen. In einer Zeit, in der Google eh schon alle Fakten zu einer Biographie liefert, ist diese persönliche Interpretation ein spannender Ansatz.

Berlinalebrote

Wir werden einen Film über ein Spitzenrestaurant sehen, das mit der kompletten Mannschaft auswandert: "Ants on a Shrimp" lautet der Titel.

Das hat mich zum heutigen Brot animiert: Shrimps, Tomaten, Minze, Meeresspargel (auch Queller genannt), Ingwer. Dazu ein Drink mit Drachenfrucht.

Exotische Philippinen

Vorab: Ich habe nicht durchgehalten. Um 09:30 war ich im Kino, um 15:00 Uhr draussen. Wenn einem alles weh tut, wird der Film Nebensache.

Was ist anders nach dem Film? Die Erkenntnis wenn ein Film nicht auf Spannung, sondern auf Stimmung geht, macht die Länge Sinn. Ich habe keine Kamerafahrt und nur eine Nahaufnahme gesehen. Gedreht ist der Film in schwarz-weiss und es fühlt sich an als wenn man ein Fenster öffnet und hinaussieht in den Dschungel. Ich habe viel gelernt über die Philippinen, philippinisches Kino und Mystik und über Zeit. Die Stunden vergingen schneller als vermutet. Meine ursprüngliche Movitation vergesse ich als ich später das Kino verlasse, fühle ich mich als wenn ich aus dem Dschungel heraus trete.

Den Plot kann ich kaum beschreiben. Es ist einfach ein sehr exotisches Kinoerlebnis.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Viele Stunden, an den Kinosessel gebunden

Was ist anstrengender als 8 Stunden im Kinosessel? 8 Stunden in Abendrobe im Kinosessel! Die Filmcrew macht's.

Diesen langen Wettbewerbsbeitrag sehen wir nicht nur gemeinsam mit der Jury und der Presse, sondern auch mit der Filmcrew, die sich schon so früh in Schale geschmissen hat.

Alle anderen kommen extrem leger. Schuhe mit Klettverschluss, Hosen aus Jersey oder weit geschnitten aus Cord, bequeme T-Shirts und Pullis beherrschen das Bild. Vor dem Einlass gibt es ein wenig Aufruhr über die Dinge, die wir mit hineinnehmen dürfen. In allen Sprachen hört man: Mein Wasser, aqua, de l'eau, my water .... Niemand will ohne Verpflegung in den Film. Ein strenger Herr am Saaleingang verschafft sich Gehör, um zu erklären, dass die Verpflegung an die Gardrobe gehört. Bei den Worten: " ..... Nicht verhandelbar ..." und " ... müssen abgegeben werden ..." wird er einfach überrannt.

Später ist es im Saal ein wenig wie im antiken Amphitheater: Die Geschichte über die Philippinische Revolution wird von dezenten Gelagegeräuschen untermalt. Hier trinkt jemand Wasser, dort bietet jemand flüsternd: "Trauben?"

Alone in Berlin

Die neuste Verfilmung des Fallada-Romans "Jeder stirbt für sich allein" ist wieder so ein ruhiger Film. Es wird relativ wenig gesprochen. Das mag daran liegen, dass es unter der Naziherrschaft gefährlich war, den Mund auf zu machen. Von daher passt der englische Titel "Alone in Berlin" ganz gut. Die Stadt ist voller Menschen, aber es gibt kaum Kontakt. Jeder schaut, dass er selber über die Runden kommt. Der Film versucht diese Atmosphäre der Angst und Isolation greifbar zu machen, ich fand das gelang nur bedingt. Trotzdem fand ich den Film gut, teilweise auch spannend, obwohl die Handlung keine Überraschungen birgt wenn man ein bisschen was über Falladas Buch weiss. Emma Thompson (Anna) hat mir von allen am besten gefallen, sie spielt so gut, da braucht es nicht viel Text. Brendan Gleeson (Otto) war auch gut, hat aber noch weniger Text. Man kann sich zwar vorstellen, was in Otto vorgeht, aber sehen tut man nur wenig. Den meisten Text haben Polizei & Nazis, in englisch mit deutschem Akzent, das wirkt unfreiwillig komisch.

Trotzdem ein guter Film.

Einstimmung

Der nächste Film heisst "Miles ahead" und erzählt von Miles Davis. Zur Einstimmung machen wir selber ein bisschen Musik.

Gefährliche Antwort

Morgens kurz nach 10:00 Uhr in der Schlange:

"Moment, ... darf ich ihnen noch dieses CD der Aids-Stiftung vorstellen. Als Werbegeschenk dürfen sie diese gerne mit nehmen ...."

Berlinale Studio

Im Berlinale Studio vom 16.02. des RBB-Fernsehens werden die Food-Trucks (ab ca. Minute 25) vorgestellt.  Ein interessanter Bericht. Wir waren zufällig dort, wie der Bericht gefilmt wurde ;-)


Binge-Viewing im Wettbewerb

Um 9:30 beginnt heute mein erster Film. Er wird 8 Stunden dauern. Wir sehen ihn gemeinsam mit Jury und Presse. Das geht organisatorisch nicht anders.
Knapp gesprochen geht es um die Geschichte der Philippinen. "Die Frage nach der Rolle des Einzelnen in der Historie, seiner Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen .... " das war der Text in der Beschreibung, der den Film für mich attraktiv machte.
Mal sehen, ob ich durchhalte.

Chi-Raq - Message ist angekommen, doch der Film wird nicht angenommen

Worum geht's? Zwischen 2003 und 2015 starben in der Chicago mehr Menschen durch Waffengewalt (über 7000) als amerikanische Elitesoldaten in Afghanistan und dem Irak. Spike Lee thematisiert die Bandengewalt in der Chicagoer South Side. (Als Vorlage dient ihm dabei die griechische Komödie Lysistrata von Aristophanes.)
Die Mitglieder der Banden interessieren sich nur für zwei Dinge: Gewalt und Sex. Für die höchstattraktive Lysistrata und ihre klugen Freundinnen liegt es da nah zweites zu verweigern bis erstes eingestellt wird: "No peace, no pussy" lautet ihr Schlachtruf und sie machen ihren Männern den Verzicht sehr, sehr, sehr schwer. (Schöne Szene: no peace, no pussy auf den Plakaten im Saudi-Arabien, in Russland, in Dänemark).

Der Film ist vollgepackt mit tollen cineastischen Ideen. Und doch ergeben alle Teile leider kein Ganzes. Von mir aus sollte Spike Lee in Form eines Director Cuts nochmal Handanlegen. Ich gehe dann nochmal rein.

Die tollen Ideen:
1. Lysistrata als Vorlage - perfekt!
2. Der Film ist wie die griechische Komöde in Versen gesprochen.
3. Die Verse lassen die griechische Herkunft erkennen, werden aber im Film quasi zu einem einzigen langen Rap. Nie wird es zu vulgär, trotzdem immer explizit.
4. Samuel Jackson als Erzähler, der vor die Kamera zu tritt, um den Zuschauer direkt anzusprechen und in die Geschichte weiterzuführen
5. Und getanzt wird auch noch.

Dramatisch ist der reale Hintergrund des Films.

Trailer:
https://m.youtube.com/watch?v=_0Bs1df0kPI

Kritik im Tagesspiegel
http://m.tagesspiegel.de/kultur/spike-lee-und-chi-raq-auf-der-berlinale-no-peace-no-pussy/12967536.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

Berlinalebrote

Heute muss alles ganz schnell gehen und es mehr als sonst sein. Es muss für die nächsten 8 Stunden reichen.

Müde

Wie schön, wir bekommen noch die letzte S-Bahn.
Morgen wird für mich ein langer Tag.